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DAS NEUE ALBUM

WIE WIR SIND

Release 16.März 2018 | Airforce1 (Universal Music)

DAS NEUE ALBUM

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Release 16.März 2018 | Airforce1 (Universal Music)

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WIE WIR SIND

Release 16.März 2018 | Airforce1 (Universal Music)

Konzerte 2020

28.August 2020

Konzerte 2020

Heyyyyy, nachdem nun gestern beschlossen wurde, Großveranstaltungen bis Ende des Jahres 20 auszusetzen und aber nicht die von uns geplanten Orte mit zusätzlichen Maßnahmen zu belegen, sind wir glücklich. Wir können also die kommenden Konzerte wiederaufnehmen und das bringt mich fast zum Platzen. Natürlich vor Freude, denn ansonsten habe ich die Corona-Times genutzt, um drohenden Wink-und Bingo-Armen sportlich zuvor zu kommen – und Winken muss ich! Ich finde, wir sollten als Zeichen der ersten zaghaften Wiederaufnahme der Beziehung „Musiker auf der Bühne und Menschen mit Musikbegeisterung davor“ eine arge Winkerei veranstalten – das entschärft irgendwie, lockert auf und überhaupt hab ich ja noch keine(n) Signature-Move, wie es in der Promotion-Fachsprache heißt. Ich wähle nun also für den Neubeginn nach dem Zwangsurlaub WINKE WINKE und hoffe, Ihr winkt zurück! Und die nächsten anstehenden Konzerte sind ganz sicher welche an Orten, die wir einschätzen können, oder schon mehrfach besucht haben – immer charmant und überblickbar. Und die belasteten Veranstalter vor Ort, die dieser Zeit nun auch hoffnungsfroh entgegensehen, kümmern sich sehr um die Einhaltung der Regeln. Damit keiner krank wird und wir alle noch sehr alt miteinander werden können! Sehr sehr alt!

Eure Bellies und Jana.

Foto: Marko Heiroth

…..Corona….

4.Mai 2020

…..Corona….

CORONA….jetzt schon das Unwort des Jahres, ach was – des Jahrzehnts! Zucke zusammen, wenn jemand nach Corinna ruft. Heute ist der 4 Mai, Kontaktverbot seit 2 Monaten. Und seit dem 29. Februar, dem schicken Schalttag und letztem Konzert in Stralsund vermisse ich mein Leben und kann diesem neuen Zustand nix abgewinnen. Auf die Klopapier-Arie hätte ich verzichten können und dass ich jetzt wieder von einigen mißmutigen Verkäuferinnen wegen meines ohne-Korb-Starrsinns gemaßregelt werde, ebenso. Im Baumarkt schieb-ziehe ich einen Wagen um mich rum, der der Letzte an der Kette war und auf den man ein Haus stellen könnte. Die blöde Maske legt ständig meine Nase frei, so dass ich völlig panisch zwischen Abwischen des Heuschnupfengedöns und meinen Schweißperlen wechsle, um bei den Ideengebern nicht dumm aufzufallen. Auskunft gibts trotzdem nicht, steht ja auch dran!!!! Zum Kompott habe ich aber vorgestern einen 1A-Treppensturz hingelegt – Katarina wäre neidisch – der diese Maske nun rechtfertigt Auf glatten Sohlen über Treppenhausteppich plus großer Schüssel in der Hand. Weil die ein Geschenk meines geliebten Söhnchens war, hielt ich sie fest und mich nicht. Worauf sie undankbar gegen meine Schläfe knallte, um dann aber vorbildlich das Blut aufzufangen – Jottes! Nun sehe ich aus, wie Rene Weller und denke mit Veilchen und Wehmut an Zeiten, wie sie einst waren – äußerlich intakt und mit zumindest etwas Struktur. Spielen, Freizeit, Büro, Studio, Spielen, Putzen, Feiern, Spielen, Einkaufen, Geburtstag, Urlaub, Spielen, Weihnachten…….wird es jemals anders sein, als jetzt? Ungeduld und Unsicherheit gehen mir abwechselnd auf den Keks und ich weiß mal wieder, dass ich nichts weiß. Gestern jedoch sagte jemand: Wer Hoffnung hat, ist glücklich.

ES WIRD VIELLEICHT WIEDER. Küsschen.

Es ist, wie es ist.

26.Februar 2020

Es ist, wie es ist.

Gerade lese ich auf der Homepage der Tagesschau die Überschrift „Gezielte Falschmeldung über Amokfahrt in Volkmarsen“. Es geht um den Rosenmontag, um die fürchterliche Aktion eines wie auch immer gestörten Mannes, mit seinem PKW direkt in eine Menschenmenge zu fahren und um eine anonyme Seite im Netz.

Da gibt es Gerüchte über einen islamistischem Anschlag, einen Täter mit Migrationshintergrund, Augenzeugen wollen gesehen haben…….usw.

Im Zuge der vielen Kommentare hierzu dann weiter mit der „Wahrheit über Hanau“ und einem Youtube-Video, was von Geheimdienstoperation spricht, um der AFD zu schaden. Hilfe!

Ich möchte zum Thema Gerüchte deshalb kurz von einem schlimmen Vorfall in der jüngsten Bandgeschichte von Bell, Book + Candle erzählen.

Am 27.12. 19 spielten wir das erste der beiden letzten Traditionskonzerte in unser Heimatstadt Berlin und freuten uns wie verrückt.

Ein Jahr voller Ereignisse aller Art lag hinter uns – wir drei fühlten uns gesegnet, mit solch wundervollen Menschen auf und vor den Bühnen und nun lagen zwei tolle Abende in der Christophoruskirche vor uns.

Noch eine halbe Stunde, dann sollte das Konzert beginnen.

Backstage quatschte alles durcheinander.

Freunde und große wie kleine Familienmitglieder liefen herum und ich saß aufgemiezt in der Ecke und freute mich still vor mich hin, als plötzlich der Veranstalter leichenblass im Raum stand und unseren Tourbegleiter bat, eine Ansage zu machen. Es gab einen schlimmen Unfall direkt auf der Straße vor der Kirche und es wurde dringend ein Arzt benötigt. Die Ansage erfolgte sogleich und auf einmal standen Ratlosigkeit, Fragen und Zweifel mit uns im Raum.

Die Handys glühten, Nachrichten an noch erwartete Angehörige wurden verschickt und dann sagte jemand, dass die Krankenwagen da wären und wir das Konzert spielen sollten.

Es wurden emotionale, sehr schöner Stunden.

Und dann fing das Unvermeidliche an. Die Spekulationen über das Geschehene. Es war erschreckend, wie viele unterschiedliche Wahrnehmungen, Einschätzungen und Schilderungen – sogar von vermeintlichen Augenzeugen es gab.

Und es war seltsam zu sehen, wie sich manch einer in seinen krassen Beobachtungen gefiel. Dann Nachtruhe.

Der nächste Abend kam und es lief alles, wie es sollte.

Wir waren glücklich und erleichtert, der Abend, das Jahr geschafft.

In kleiner Runde standen wir nun rauchend draußen, alles war gut.

Und dann sagte unser Gitarrist Jagschn: „Ich muss Euch noch was erzählen, wollte aber damit warten, bis alles vorbei ist. Der Unfall gestern, das waren meine Verwandten.“

In diesem Moment ist uns allen, glaub ich, ein bisschen schlecht geworden.

Denn da kommt ein so grässliches Ereignis so nah heran.

Unmöglich einzuschätzen, was es für unseren Jagschn bedeutete.

Und das ist es, was bleibt. Was nach all den Mutmaßungen, dem Getratsche, den Unterstellungen und der Paranoia mancher übrig ist: ein lieber Mensch, dessen Schicksal und das seiner Familie jetzt so ist, wie es ist.

In diesem Fall und denen der letzten Tage einfach hart und traurig.