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DAS NEUE ALBUM

WIE WIR SIND

Release 16.März 2018 | Airforce1 (Universal Music)

DAS NEUE ALBUM

WIE WIR SIND

Release 16.März 2018 | Airforce1 (Universal Music)

DAS NEUE ALBUM

WIE WIR SIND

Release 16.März 2018 | Airforce1 (Universal Music)

…..Corona….

CORONA….jetzt schon das Unwort des Jahres, ach was – des Jahrzehnts! Zucke zusammen, wenn jemand nach Corinna ruft. Heute ist der 4 Mai, Kontaktverbot seit 2 Monaten. Und seit dem 29. Februar, dem schicken Schalttag und letztem Konzert in Stralsund vermisse ich mein Leben und kann diesem neuen Zustand nix abgewinnen. Auf die Klopapier-Arie hätte ich verzichten können und dass ich jetzt wieder von einigen mißmutigen Verkäuferinnen wegen meines ohne-Korb-Starrsinns gemaßregelt werde, ebenso. Im Baumarkt schieb-ziehe ich einen Wagen um mich rum, der der Letzte an der Kette war und auf den man ein Haus stellen könnte. Die blöde Maske legt ständig meine Nase frei, so dass ich völlig panisch zwischen Abwischen des Heuschnupfengedöns und meinen Schweißperlen wechsle, um bei den Ideengebern nicht dumm aufzufallen. Auskunft gibts trotzdem nicht, steht ja auch dran!!!! Zum Kompott habe ich aber vorgestern einen 1A-Treppensturz hingelegt – Katarina wäre neidisch – der diese Maske nun rechtfertigt Auf glatten Sohlen über Treppenhausteppich plus großer Schüssel in der Hand. Weil die ein Geschenk meines geliebten Söhnchens war, hielt ich sie fest und mich nicht. Worauf sie undankbar gegen meine Schläfe knallte, um dann aber vorbildlich das Blut aufzufangen – Jottes! Nun sehe ich aus, wie Rene Weller und denke mit Veilchen und Wehmut an Zeiten, wie sie einst waren – äußerlich intakt und mit zumindest etwas Struktur. Spielen, Freizeit, Büro, Studio, Spielen, Putzen, Feiern, Spielen, Einkaufen, Geburtstag, Urlaub, Spielen, Weihnachten…….wird es jemals anders sein, als jetzt? Ungeduld und Unsicherheit gehen mir abwechselnd auf den Keks und ich weiß mal wieder, dass ich nichts weiß. Gestern jedoch sagte jemand: Wer Hoffnung hat, ist glücklich. ES WIRD VIELLEICHT WIEDER. Küsschen.

Es ist, wie es ist.

 

Gerade lese ich auf der Homepage der Tagesschau die Überschrift „Gezielte Falschmeldung über Amokfahrt in Volkmarsen“. Es geht um den Rosenmontag, um die fürchterliche Aktion eines wie auch immer gestörten Mannes, mit seinem PKW direkt in eine Menschenmenge zu fahren und um eine anonyme Seite im Netz.

Da gibt es Gerüchte über einen islamistischem Anschlag, einen Täter mit Migrationshintergrund, Augenzeugen wollen gesehen haben…….usw.

Im Zuge der vielen Kommentare hierzu dann weiter mit der „Wahrheit über Hanau“ und einem Youtube-Video, was von Geheimdienstoperation spricht, um der AFD zu schaden. Hilfe!

Ich möchte zum Thema Gerüchte deshalb kurz von einem schlimmen Vorfall in der jüngsten Bandgeschichte von Bell, Book + Candle erzählen.

Am 27.12. 19 spielten wir das erste der beiden letzten Traditionskonzerte in unser Heimatstadt Berlin und freuten uns wie verrückt.

Ein Jahr voller Ereignisse aller Art lag hinter uns – wir drei fühlten uns gesegnet, mit solch wundervollen Menschen auf und vor den Bühnen und nun lagen zwei tolle Abende in der Christophoruskirche vor uns.

Noch eine halbe Stunde, dann sollte das Konzert beginnen.

Backstage quatschte alles durcheinander.

Freunde und große wie kleine Familienmitglieder liefen herum und ich saß aufgemiezt in der Ecke und freute mich still vor mich hin, als plötzlich der Veranstalter leichenblass im Raum stand und unseren Tourbegleiter bat, eine Ansage zu machen. Es gab einen schlimmen Unfall direkt auf der Straße vor der Kirche und es wurde dringend ein Arzt benötigt. Die Ansage erfolgte sogleich und auf einmal standen Ratlosigkeit, Fragen und Zweifel mit uns im Raum.

Die Handys glühten, Nachrichten an noch erwartete Angehörige wurden verschickt und dann sagte jemand, dass die Krankenwagen da wären und wir das Konzert spielen sollten.

Es wurden emotionale, sehr schöner Stunden.

Und dann fing das Unvermeidliche an.  Die Spekulationen über das Geschehene. Es war erschreckend, wie viele unterschiedliche Wahrnehmungen, Einschätzungen und Schilderungen – sogar von vermeintlichen Augenzeugen es gab.

Und es war seltsam zu sehen, wie sich manch einer in seinen krassen Beobachtungen gefiel. Dann Nachtruhe.

Der nächste Abend kam und es lief alles, wie es sollte.

Wir waren glücklich und erleichtert, der Abend, das Jahr geschafft.

In kleiner Runde standen wir nun rauchend draußen, alles war gut.

Und dann sagte unser Gitarrist Jagschn: „Ich muss Euch noch was erzählen, wollte aber damit warten, bis alles vorbei ist. Der Unfall gestern, das waren meine Verwandten.“

In diesem Moment ist uns allen, glaub ich, ein bisschen schlecht geworden.

Denn da kommt ein so grässliches Ereignis so nah heran.

Unmöglich einzuschätzen, was es für unseren Jagschn bedeutete.

Und das ist es, was bleibt. Was nach all den Mutmaßungen, dem Getratsche, den Unterstellungen und der Paranoia mancher übrig ist: ein lieber Mensch, dessen Schicksal und das seiner Familie jetzt so ist, wie es ist.

In diesem Fall und denen der letzten Tage einfach hart und traurig.

Ein friedliches, zufriedenes Jahr 20 bei bester Gesundheit allen!

pic @Marko Heiroth

 

pic @Marko Heiroth

 

pic @Marko Heiroth

Und ein großes Dankeschön an alle, die im letzten Jahr so zahlreich unsere Konzerte besucht haben, die alten CDs gehört und neue erworben haben. Die, die uns seit 25 Jahren in ihren Leben haben und die, die 2019 erst wieder auf uns gestoßen sind.  Zum Jahresabschluss wird uns auch erneut bewußt, welches Glück wir mit unseren Team haben. Den Menschen, die uns musikalisch begleiten – auf der Bühne, wie auch bei kompositorischen und produktionsbezogenen Fragen. Den Menschen, die es technisch immer wieder möglich machen, dass wir spielbereit sind, dass wir gut klingen und aussehen und überhaupt zur sehen sind. Und dass wir den Rückhalt für unseren Beruf und die damit verbundenen Umstände in unseren Familien haben – WIE WIR SIND, DAS SIND WIR DURCH UND MIT EUCH!  In der nächsten Woche gehts gleich wieder weiter, wir spielen im Januar in Erfurt, in Lichtentanne bei Zwickau und im schönen Bad Saarow am Scharmützelsee. Wir freuen uns auf alle neuen Begegnungen, auf vertraute Gesichter und die Abende, die unsere Studio-Büro und Proberaumzeiten mit Sinn erfüllen. Wir freuen uns auf Euch. Seid lieb zueinander! Eure Jana, Andy + Henne.